Du hast viktorianische Glanzbilder und fragst dich, warum sie so brillant wirken und so eine fantastische Ausstrahlung haben? Das liegt unter anderem an der Herstellungstechnink und auch vor allem an den Druckerfarben und den Farbpigmenten, die die viktorianischen Fachleute benutzt haben. Die Druckerfarben für die viktorianischen Glanzbilder hatten es aber in sich - und das im wahrsten Sinne des Wortes 💥. Wenn du das Geheimnis der Brillanz und der Leuchtkraft der viktorianischen Glanzbilder Kunstwerke ergründen willst - dann bietet sich dieser Blogbeitrag bestens an. Miniatures Magnifiques stellt dir die Zusammensetzung der Druckerfarben und die eingesetzten Farbpigmente für die viktorianischen Meisterwerke im Miniaturformat von A-Z vor.
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| farbenfrohe Glanzbilder aus der viktorianischen Zeit |
Wie wurden Druckerfarben für Glanzbilder in der viktorianischen Zeit hergestellt?
Die viktorianischen Drucker stellten die Druckerfarben für die Glanzbilder in einer pastösen Form her:
Bindemittel + Farbpigment = Druckerfarbenpaste für Glanzbilder
Die Drucker nutzten als Bindemittel gekochte Leinöl-Firnis. Diese Firnis war zäh, klebrig, fettig und wischfest. Das waren die Voraussetzungen für das Chromolithographie Druckverfahren.
Farbpigmente für viktorianische Glanzbilder A-Z
Die viktorianische Farbpalette für Druckerfarben für die Chromolithographie ist erstaunlich groß. Genutzt wurden natürliche Mineralien, tierische und pflanzliche Produkte und chemisch erzeugte Farbpigmente.
viktorianische Glanzbilder: blaue Farbpigmente
Berliner Blau = Preußisch Blau
- das absolute Standard-Blau der viktorianischen Ära
- das Berliner Blau war ein künstlich erzeugtes Eisenpigment, extrem farbstark, tiefdunkel und lichtecht
- Berliner Blau wurde als Farbpigment genutzt um Nachthimmel oder dunkle viktorianische Mäntel zu färben Kobaltblau
Kobaltblau 💰💰💰
- Kobaltblau ist ein sehr teures Produkt, welches aus Kobaltoxid gewonnen wurde und immer noch gewonnen wird
- Kobaltblau ist dir sicher bekannt, wenn du das Zwiebelmuster Porzellangeschirr kennst: die Bemalung des Dekors ist mit dem edlen Kobaltoxid vorgenommen worden
- der Name Kobalt leitet sich davon ab, dass das Erz im Bergwerk abgebaut wurde und die Bevölkerung dachte, dass Kobolde dieses Oxid aus dem Berg holen
Ultramarinblau natürlich 💰💰💰
- das natürlich gewonnene Ultramarinblau wurde aus Lapislazuli gewonnen
- das natürliche Ultramarinblau war teurer als Gold
Ultramarinblau synthetisch
- 1828 gelang die künstliche Herstellung eines Farbpigments für das Ultramarinblau
- dieses leuchtende, leicht violett-rötliche Blau wurde hauptsächlich für die Gewänder von Engeln und Madonnen genutzt
viktorianische Glanzbilder: braune Farbpigmente
Sepia
- Sepiabraun wurde gewonnen aus dem Tintenbeutel von Tintenfischen
- Sepiabraun verlieh den viktorianischen Glanzbildern warme, bräunliche Schattierungen und weiche Übergänge
Sienna
- Siennabraun ist ein klassisches, gebranntes Erdpigment aus Italien welches tiefe und satte Brauntöne lieferte
- Siennabraun wurde eingesetzt als Fabpigment für Baumstämme, Tierfell oder Haare
Umbra
- Umbra ist mehr oder weniger identisch mit dem gebrannter Sienna
viktorianische Glanzbilder: gelbe Farbpigmente
Chromgelb 💥💥💥
- dieses aus Bleichromat hergestellte Pigment wurde von den viktorianischen Druckern bevorzugt, um ein strahlendes, feuriges Gelb zu erzielen
- das warme Gelb wurde für Sonnenschein und für die Darstellung von Blumen und Obst verwendet
- der Haken an dieser schönen Farbe: das hochgiftige Bleichromat enthält sehr viel Blei
Gelber Ocker
- eine natürliche, ungiftige Tonerde für sanftere, erdige Gelbtöne
Neapelgelb = Antimongelb 💥💥💥
- ein warmes, sandiges Gelb, das chemisch auf Blei und Antimon basierte.
viktorianische Glanzbilder: graue Farbpigmente
Schiefergrau
- Schiefergrau wurde aus fein gemahlenem Schiefer erzeugt
- Schiefergrau ergab neutrale Grautöne, die für Schattierungen genutzt wurden
viktorianische Glanzbilder: grüne Farbpigmente
Chromoxydgrün
- ein sehr stabiles, mattes, olivartiges Grün
- absolut ungiftiges Farbpigment
- unempfindlich gegen Licht - also lichtbeständig
Grüne Erde (Terra Verte)
- ein sehr dezentes, natürliches Mineral
- für blasse, im Hintergrund liegende Blätter und Schatten
Saftgrün
- ein organisches Pigment, das aus den eingedickten Beeren des Kreuzdorns gewonnen wurde
- ein wunderschönes, transparentes Pflanzengrün
Schweinfurter Grün (Smaragdgrün) 💥💥💥
- das leuchtendste, brillanteste Grün der viktorianischen Ära
- es wurde exzessiv für Frühlingswiesen, Blätter oder die Kleider von Elfen auf den Glanzbildern eingesetzt
- der Haken: das Schweinfurter Grün bestand aus Kupferarsenit und war wegen des hohen Arsenanteils hochgradig giftig
- in feuchten Poesiealben konnte es sogar giftige Gase freisetzen
viktorianische Glanzbilder: orange Farbpigmente
Chromorange 💥💥💥
- dieses Pigment wurde aus Bleichromat hergestellt und war eindeutig das bevorzugteste im 19. Jahrhundert, um ein schönes Orange zu erzielen
- das warme strahlende Orange wurde für die Darstellung reifer Früchte und auch für Blumen verwendet
- leider enthält Bleichromat sehr viel Blei - und war somit hochgiftig
viktorianische Glanzbilder: rosa - pink Farbpigmente
rosa: Mischung aus Karminrot + Bleiweiß 💥💥💥
- der weitaus häufigste Weg für sanfte Rosatöne war das Mischen des organischen Karminrots, welches aus der Cochenilleschildlaus gewonnen wurde mit dem hochdeckenden Bleiweiß
- Karminrot allein war ein tiefes, blaustichiges Rot
- erst durch das Aufhellen mit Bleiweiß entstand das typische, zarte viktorianische Rosa
rosa: Krapplack (Alizarin)
- gewonnen aus der Wurzel des Färberkrapps
- dieser natürliche Farbstoff lieferte ein wunderschönes, transparentes Rosa
pink: Krapplack (Alizarin)
- die viktorianischen Drucker nutzten den Krapplack oft als letzte, transparente lasurartige Schicht über anderen Farben, um ein tieferes, fast leuchtendes Pink zu erzeugen
pink: Eosin und Fuchsin
- künstliche Anilinfarben gab es ab 1860: die Chemieindustrie führte synthetische Farbstoffe wie Eosin oder Fuchsin ein
- diese ermöglichten erstmals ein extrem knalliges, fast schon neonartiges Pink und Magenta, das billig war und somit für den Massendruck der viktorianischen Glanzbilder ideal war
viktorianische Glanzbilder: rote Farbpigmente
Karminrot (Cochenille)
- für sanftere Rottöne und die typisch rosigen Wangen der viktorianischen Kinder nutzte man ein Naturprodukt
- getrocknete und zerriebene Cochenille Schildläuse, die massenhaft aus Südamerika importiert wurden
Zinnoberrot (Vermilion) 💥💥💥
- dieses extrem feurige Rot wurde aus Quecksilbersulfid gewonnen
- Vermillionrot gab den viktorianischen Weihnachtsmännern und auch den roten Rosen ihre intensive Farbe
- Zinnoberrot war in der Herstellung hochtoxisch
viktorianische Glanzbilder: schwarze Farbpigmente
Elfenbeinschwarz (Beinschwarz)
- gewonnen durch das Verkohlen von Tierknochen unter Luftabschluss - also im reduzierendem Brand
- früher wurde das Elfenbeinschwarz tatsächlich aus echtem Elfenbein erzeugt 💥💥💥
- Elfenbeinschwarz ergab das tiefste, schwärzeste Schwarz mit einem sehr edlen, leicht bläulichen Unterton
Rußschwarz (Lampenschwarz)
- reiner Ruß von verbranntem Öl - tatsächlich von Lampen
- das Lampenschwarz war extrem feinkörnig
- Lampenschwarz wurde für feine Konturenlinien eingesetzt
viktorianische Glanzbilder: violette Farbpigmente
Mauvein (Anilinpurpur)
- 1856 erfand der Chemiker William Perkin zufällig das erste künstliche Teerfarben-Pigment
- es erzeugte ein leuchtendes Lila, das zuvor kaum stabil druckbar war: Anilinpurpur
- das war eine absolute Weltsensation
- Anilinpurpur löste in der viktorianischen Mode und in der viktoriansichen Kunst eine richtige Lila-Manie aus.
Kobaltviolett 💰💰💰
- für zartere, mineralische Violetttöne um Flieder oder Veilchen farblich gut darzustellen nutzte man teures Kobaltphosphat
viktorianische Glanzbilder: weisse Farbpigmente
Bleiweiß 💥💥💥
- für die unschuldigen Gesichter von Engeln und Kindern oder auch für die Darstellung von glänzendem Schnee nutzte man Bleiweiß
- es hatte die beste Deckkraft aller Zeiten
- aber es führte bei den Arbeitern in der viktorianischen Ära in den Farbmühlen leider schleichend zu schweren Bleivergiftungen
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| wunderschöne Chromolithographie Glanzbilder aus der viktorianischen Zeit |
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts - ab ca. 1880 - wurden diese zum Teil sehr giftigen Pigmente langsam durch die neu erfundenen Anilinfarben ersetzt. Diese Teerfarben wurden in deutschen Chemielaboren entwickelt.
Du interessierst dich für viktorianische Glanzbilder?
Ich hoffe, ich habe das Geheimnis um die Brillanz der viktorianischen Glanzbilder etwas lüften können
eure Bastrota
Markennamen werden hier rein beschreibend und zur Information verwendet. Details dazu findest du im Impressum

